Eine Woche Vagabund + Zweite Sicht
Eine tolle Bestätigung für die Arbeit dieses Jahres war der zweite Platz bei der Kongressmesse für Voice- und IP-Kommunikation in Frankfurt am Main der mit 1500 € bzw. 3000 € für den ersten Platz dotiert war. Wenn alle nur immer Erster werden möchten, dann würden wir wohl in einer Diktatur leben ;-) Trotzdem kann ich es nicht von der Hand weisen, nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis zu sein. Wer ein eigenes Projekt für das kommenden Jahr einreichen will, klickt hier.
Nach 366 Tagen nehme ich die permanente Beobachtung nicht mehr ganz so ernst. Ich bleibe ruhiger wenn der Stream ausfällt und nehme mir ab und zu mal die Zeit Gespräche neben der Kamera zu führen um mehr über mein Umfeld zu erfahren. Das ist ziemlich wichtig, weil ich sonst zu wenig Schlüsse aus diesem Projekt ziehen könnte. Was nützt mir meine Beobachtung wenn ich die Wahrheit und die Probleme Anderer nicht heraus finde oder erkenne. Man hat immer etwas weniger Freunde als man annimmt, aber etwas mehr als man kennt. Das trifft es wohl so ziemlich.
Heraus zu finden wer die Menschen sind, die Ich über das Jahr kennen gelernt habe, erzwingt es wenigstens einmal unter 4 Augen gesprochen zu haben. Es mag ja sein das ich mittlerweile authentisch bin vor der Kamera aber noch lange nicht mein Gegenüber.
Diese Woche habe ich tolle Menschen getroffen und super Gespräche geführt. Vielleicht werde ich den Einen oder Anderen noch zu einem virtuellen Interview einladen. Neben diesem Video was nichts Ernsthaftes zeigt, gibt es live mehr zu sehen aber auch nicht viel mehr. Das was eigentlich interessant wäre, spielt sich wohl eher in meinem Kopf ab und sollte wohl etwas häufiger zu lesen sein. Irgendwie bin ich dazu noch nicht bereit. Im Ganzen bin ich sehr froh dieses Projekt umgesetzt zu haben. Zufrieden bin ich allerdings keineswegs, das was ich will habe ich nicht umgesetzt und werde es wohl auch erst tun wenn ich Gewissheit über die Zukunft dieser Seite habe. Das wahre Projekt beginnt erst nach meiner Zeit als Trueman!
Man könnte so viel verändern, ich werde mich wohl oder übel in Geduld üben müssen. Eines zeigen mir meine Reisen virtuell und in Echt immer wieder, das die Menschen viel Gutes in sich tragen aber es immer noch nicht gelernt haben ihr Wissen umzusetzen. Selbst die, die meinen Verständnisvoll und Ehrlich zu sein leben immer noch in einer Welt voller Vorurteile. Ich will es mir nicht anmuten zu behaupten besser zu sein aber zumindest arbeite ich an der Umsetzung Tag für Tag. Ich weiß um meine Schwächen und das ist wohl auch der Erste Schritt daran zu arbeiten. Der Mensch sollte nicht die schlechten Eigenschaften von Menschen verurteilen jedoch die Ursachen und deren Täter.
Aufgewachsen bin ich mit der Schwäche nachtragend zu sein, ich habe meiner Mutter immer alles nachgetragen und darauf aufgepasst das Nichts liegen bleibt. Selbst meine vollgekackten Windeln ließ ich nie liegen, 6 Jahre lang^^. Das merkt man auch noch heute an meiner Ordentlichkeit. Leider kann man das nicht immer erkennen, da meist nur mein Gewissen ordentlich ist, der Rest bleibt da etwas auf der Strecke.
Eine wichtige Eigenschaft vermisse ich bei recht vielen Menschen, das es einen fast Nichts ausmacht jemanden verbal oder in irgend einer Form weh zu tun. Ich sehe das Tag täglich im Chat oder im wahren Leben. Es ist jemand der auf mein Notebook schaut, dadurch auch in die Kamera und sich die Sache mit dem Livebild und dem Chat fasziniert anschaut und dann kommt da ein Mensch daher, der zu Hause sicher und geborgen vor seinem Rechner sitzt und schreibt einfach hässlich, fett, blöd oder sonst was herablassendes in den Chat. Er/Sie weiß genau das diese Person es lesen wird und wartet begierig auf die Reaktion. Wo liegt da der Anreiz, was ist der Gewinn an solch einer Sache. Ich kann mich nicht erinnern das ich so etwas jemals einen Menschen ins Gesicht gesagt habe. Gut vielleicht in Rage oder wenn man angegriffen wurde aber nicht doch um ihm einfach nur ohne Grund weh zu tun. Ich schäme mich sehr in diesen Momenten und Gott sei Dank haken die meisten Menschen es recht schnell ab.
Aber auch schon die kleinen Streits die immer noch anhalten. Egal von welcher Partei, es gibt keinen der die andere Wange hin hält. Der Mensch ist sehr nachtragend auch wenn er es nie zugeben wird. Immer auf sein Recht bedacht. Ein Ding der Unmöglichkeit das wir in der Schule alles beigebracht bekommen, jedoch die wichtigen Dinge sollen sich von alleine lösen. Das erkennt man an der Abschaffung des Religionsunterrichts. Wir glauben zu wissen das mein Kind so etwas nicht braucht und dies selber entscheiden sollte. Dabei geht es überhaupt nicht um die Religion an sich. Worum es geht, ist die Kunst des Zusammenlebens und nicht die Bekehrung der Jugend zu Gott. Wenn es keinen Gott geben sollte, dann war zumindest jemand so clever und hat ihn erfunden damit die Menschheit Besser wird und nicht Schlechter, das sollte sich ein jeder vor Augen halten.
Leider hat die Geschichte bewiesen, dies auszunutzen. Glaube und Gutes tun erzwingt kein Teufel. Wenn wir nur nett und freundlich zusammen leben um dann nicht in die Hölle zu kommen, dann lebe ich in der falschen Welt. Wenn wir nur nett und freundlich zusammen leben um dann in den Himmel zu kommen, erleben wir dort oben eine Egomanische-One-Man-Show die Ihres gleichen sucht. Das der Mensch nicht perfekt sein kann, würde die Existenz Jesus bestätigen, was jetzt nicht jeder versteht und auch nicht mein Thema sein soll.
Der Mensch nutzte die Ehrfurcht zu Gott aus und nicht Gott selbst.
Der Mensch will gut sein, interpretiert und stuft sein Gegenüber aber immer etwas schlechter ein als sich selbst und genau das führt zu sehr viel Missverständnissen die allerdings auch unser Dasein erklären. Der Mensch hat überlebt weil er als erstes an sich denkt dann an seine Familie, Clan, Rasse usw. aber niemals ein Einzelgänger ist oder war. Jeder Mensch braucht andere Menschen um glücklich zu sein und nur weil es andere Sprachen, Hautfarben, Kulturen, Religionen, Vorlieben, Aussehen, Wissen und Lebenseinstellungen gibt glauben wir Richten zu dürfen. Jeder muss sich jeden Tag erneut an die eigene Nase fassen können, sofern er eine hat. Selbst in diesen kleinem Satz, kann man Menschen wie Michael Jackson beleidigen aber auch nur wenn er es missverstehen möchte. 95% aller Befürchtungen treten nie ein.
Ich glaube wir sind trotzdem auf dem richtigen Weg und nehmen mehr als zuvor wahr, was unsere Generationen zuvor falsch gemacht haben. Durch Bild, Ton und den entsprechenden Erfahrungsberichten sind wir weiter als es der Mensch je zuvor war. Der Satz früher war alles besser kann nicht stimmen, man wusste nur einfach weniger. Welche Variante besser ist muss jeder selbst entscheiden. Und das mehr Menschen (vor 30 Jahren halb so viel), mehr Mist fabrizieren, dürfte auch eine logische Folge der Mathematik sein.
Marcel Kotzur alias Trueman






